Lektorat vs. Korrektorat – was brauche ich als Autor?

Lektorat vs. Korrektorat – was brauche ich als Autor?
Korrektorat vs. Lektorat

Lektorat und Korrektorat

Früher oder später stoßen viele Autoren, die ihren Roman fertiggestellt haben auf zwei Begriffe: Korrektorat und Lektorat. Denn bevor es zur Veröffentlichung kommt, muss der Text noch einmal professionell korrigiert werden. Aber was genau wird eigentlich bei einem Korrektorat oder Lektorat gemacht? Worin besteht der Unterschied? Wann ist ein Korrektorat empfehlenswert und wann sollte man sich lieber für ein Lektorat entscheiden?

Das Korrektorat: Formale Textüberprüfung

Bei einem Korrektorat wird der vorliegende Ausgangstext formal korrigiert. Das heißt, dass der Text auf Fehler in der Rechtschreibung, Grammatik, Syntax und Zeichensetzung überprüft wird. Außerdem wird beim Korrektorat unter anderem auf die einheitliche Verwendung von Zeitformen, Schreibweisen und Abkürzungen geachtet. Aber auch Überschriften, Absätze, Fußnoten, Literaturverzeichnisse, etc. werden hinsichtlich der korrekten Formatierung kontrolliert. Das alles geschieht unter Verwendung der amtlichen Korrekturzeichen nach DIN 16511. Vereinfacht lässt sich also sagen, dass ein Korrektorat für die sprachliche Richtigkeit innerhalb eines Textes sorgt. Wenn Ihr Text bereits über einen guten Aufbau und einen passenden Stil verfügt und nur noch orthografisch, grammatikalisch und typografisch überarbeitet werden sollte, dann ist ein Korrektorat vermutlich ausreichend.

Das Lektorat: Inhaltliche und formale Überprüfung, Autoren-Betreuung

Bei einem Lektorat wird hingegen besonderer Wert auf die stilistischen und sprachlichen Aspekte gelegt. Hier wird auf eine gute Ausdrucksweise, die allgemeine Verständlichkeit des Textes, die Formulierung und die Semantik geachtet. Der Lektor überprüft aber ebenso die fachliche Thematik des Werkes. So sorgt ein Lektorat also für die inhaltliche Verbesserung eines Textes. Damit aber nicht genug: Im Anschluss an ein Lektorat erfolgt auch ein Korrektorat, somit ist das lektorierte Manuskript auch formal korrigiert. 
Darüber hinaus betreut und berät der Lektor Autoren zielgruppenorientiert bis zur Veröffentlichung ihres Buches. Er entwirft Kapitelüberschriften und -einteilungen und schlägt ebenso mögliche Bilder oder Illustrationen vor. Außerdem verfasst der Lektor den Klappentext und das Autoren-Portrait, aber auch Werbetexte und Verlagsvorschauen. Wenn Sie mit dem Stil Ihres Textes nicht zufrieden sind, dieser nicht den Geschmack der Zielgruppe trifft und er vielleicht auch formal korrigiert werden sollte, ist ein Lektorat also vermutlich die richtige Wahl. Haben Sie ein Buch verfasst und möchten es veröffentlichen, sollten Sie sich ebenso für ein Lektorat entscheiden. Nach diesem Überblick wissen Sie nun, worin der Unterschied beim Lektorat und Korrektorat besteht, aber eventuell sind noch einige Fragen offen geblieben.

Warum braucht man Korrekturen oder ein Lektorat?

Es ist völlig menschlich, Fehler zu machen. Dennoch will man als Autor eines Buches oder einer wissenschaftlichen Arbeit natürlich, dass das entstandene Werk so professionell wie möglich ist. Dazu gehört auch ein fehlerfreies Endergebnis. Manchmal braucht man auch einfach die nötige Distanz zum eigens verfassten Text und eine objektive Meinung. Eine Rechtschreib- und Grammatikkorrektur ist zwar in vielen Textverarbeitungsprogrammen enthalten, aber gerade bei Fremd- oder Kunstwörtern und etwas komplexeren Satzkonstruktionen sind diese oft sehr unzuverlässig. Ein Programm kann den Textsinn nicht erfassen, deshalb ist eine Korrektur durch einen Menschen immer vonnöten. Wie schon erwähnt, ist gerade ein Lektorat die optimale Beratung für angehende Autoren und angebracht, wenn man ein Buch veröffentlichen möchte.

Brauch ich beides oder reicht auch eines?

Da ein Korrektorat im Lektorat bereits enthalten ist, müssen Sie sich nur für eine der beiden Varianten entscheiden. Welche Art der Überarbeitung für Ihren Text und Ihre persönlichen Vorstellungen passender wäre, haben Sie bereits erfahren können.

Wie fehlerfrei ist das Ergebnis?

Ziel eines jeden Korrektorats und Lektorats ist die höchstmögliche Reduzierung aller Fehler im Ausgangstext. Dementsprechend oft wird das Manuskript von Korrektoren gelesen und mehrmals überprüft. Dennoch ist eine Garantie für absolute Fehlerfreiheit grundsätzlich ausgeschlossen.

Wann wird die Korrektur durchgeführt?

In den meisten Fällen wird die Korrektur unmittelbar vor dem Druck durchgeführt, es ist aber auch möglich, dass dies vor dem Satz geschieht. Um Fehler größtmöglich zu reduzieren, wird der Text im besten Fall mehrmals von verschiedenen Personen gelesen und korrigiert. Üblicherweise wird die Endversion vor dem Druck noch einmal überprüft, bis sie dann die Druckfreigabe erhält.

Korrekturzeichen nach DIN 16511

Korrekturzeichen als PDF herunterladen.

Korrekturzeichen